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Susanne,
Ende Dreissig, kam in meine Beratung mit folgendem
Anliegen:
"Ich habe immer das Gefühl, dass
wenn ich etwas erreicht habe...dann muss ich alles
wieder verlieren."
Sie erzählt mir, dass es in ihrem Leben ein immer
wiederkehrendes Muster gäbe: Sobald sie etwas in ihrem
Leben erreicht habe, sei es beruflich oder privat, verliere
sie dieses gewonne "Glück" aus für sie nicht
nachvollziehbaren Gründen. Deshalb sei sie sogar vor
kurzem ins Ausland gezogen, in der Meinung, so einen Schlussstrich
unter dieses unheilvolle Muster ziehen zu können.
Nun ist sie mit einem Mann zusammen und es scheint sich dieses Verhalten zu
wiederholen, dass sie dieses Glück - einmal mehr - nicht halten kann.
Ich lasse sie eine PLAYMOBIL-Figur für sich und ihren Partner aussuchen
und bitte sie, die Figuren auf den Tisch "aus dem Bauch heraus" aufzustellen.
Dabei schaut die Figur ihres Partners im Abstand zu ihr herüber, wobei
ihre Figur in eine andere Richtung schaut und zu ihm keinen Blickkontakt hat.
Nachdem
ich nochmals kurz die einzelnen Schicksale der Familienangehörigen durchgegangen
bin, lasse ich ihre Eltern als Figuren dazustellen. Auch diese stellt sie nicht
in ihr Blickfeld. Als ich sie bitte, eine Figur für ihre Oma mütterlichseits
auszusuchen, stellt sie die Figur gegenüber zu ihrer Figur, so dass sich
diese Figuren als einzige anschauen.
Diese Oma wohnte bis Kriegsbeginn in Schlesien und war reich und angesehen
in ihrem Wohnort. Durch die Kriegswirren des zweiten Weltkrieges wurde die
Oma und ihre
Familie vertrieben und mussten ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen.
Dieses Vertriebenwerden und der Verlust ihres gesamten Vermögens habe
die Oma nach Aussagen von Susanne anscheinend nie wirklich verkraftet. Als
Susanne nun auf diese beiden Figuren auf dem Tisch schaute meinte sie ganz
ergriffen: "Meine
Oma hat damals ja alles verloren... und ich verliere nun ja auch immer alles!"
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